Das Logbuch

01.07 16:39


Unmittelbar nach Tankstopp, Team-Wechsel, Sicherheits-Check sowie dem dritten und damit letzten routinemäßigen Trailer-Tausch innerhalb des Record Run 2011 starten die drei Actros zum sechsten Abschnitt ihres Langstrecken-Vergleichs. Wie immer bei einer Nachtschicht liegt das Ziel westlich der Relaisstation, kurz vor Rotterdam. Mit dichtem bis zähfließendem Verkehr ist an diesem Freitagnachmittag auf der Autobahn 2 zu rechnen.

Was der zu Ende gegangene fünfte Test-Tag hinsichtlich des Dieselverbrauchs gebracht hat, werden die jetzt beginnenden Auswertungen zeigen. Von herausragendem Interesse bleiben die Verbrauchsdifferenzen zwischen dem aktuellen Rekord-Modell Actros 1844 LS-Nardo BlueTec 5 und seinen beiden Herausforderern Actros 1845 LS BlueTec 6 beziehungsweise BlueTec 5.

Basis der Berechnungen ist stets die nachgetankte Kraftstoffmenge. Der Shell Fuel Save-Diesel wird an der Record-Run-Service-Station in Peine aus einem speziell dafür hergerichteten Tankwagen in die Fahrzeugtanks gefüllt. Bei jeder Betankung mit streng kontrollierendem Blick dabei ist Jens Lohmann. Der Dekra-Prüfingenieur überwacht den gesamten Actros Record Run 2011.

Dass hierbei die Betankung in seinem besonderen Kontrollfokus steht, ist logisch. Die hinreichend exakte Kraftstoffmenge kann der Regelwächter an einer speziell für Mercedes-Benz und diesen internen Wettbewerb modifizierten „Kraftstoff-Abgabe- und Messeinrichtung" ablesen. Das Gerät an dem 35.000-Liter-Tanksattel wurde in der Anzeigegenauigkeit von ganzen auf Zehntelliter umgebaut. Der Umbau wurde anschließend von der Eichdirektion Nord (Kiel) kontrolliert und als korrekt zertifiziert.

Mit diesen genauen Literzahlen gibt sich Jens Lehmann allerdings noch nicht ganz zufrieden. Weil der Tankwagen seine 9500 Liter handelsüblichen Shell-Lkw-Diesel naturgemäß oberirdisch, also bei Umgebungstemperatur, lagert, wird die nachgetankte Kraftstoffmenge stets noch mit einer Temperaturmessung verfeinert. Klassische Tankstellen bunkern die Treibstoffe bekanntlich unterirdisch, wo sie sehr viel kühler bleiben.

Mit dem Temperaturabgleich werden volumetrische Differenzen bei unterschiedlichen Temperaturen kompensiert. Besonders mit Blick auf die Abschlussbetankung am Samstag in Rotterdam ist dieser Temperaturausgleich von nicht unerheblicher Bedeutung für die Genauigkeit des Endergebnisses.

01.07 13:33


„Gepiept hat’s nicht, aber durchgekommen sind wir trotzdem." Glück gehabt: Thomas Detscher und seine Kollegen vom Actros Record Run 2011 haben die brandneue Mauterhebungsmimik auf polnischen Autobahnen problemlos passiert. Erleichterung. Denn eine gewisse Sorge plagte die Planer im Orga-Team schon, als sie vor zwei Tagen erfuhren: „Die Technik liegt noch am Boden". Gemeint waren die Signalbrücken des Funksystems, mit dem die Mautboxen im Fahrzeug vollautomatisch kommunizieren sollen.

„Die Brücken stehen jetzt alle" hatte Hans Luft noch heute morgen nach Peine telefoniert. Und jetzt wissen wir: Alle drei Actros haben die automatischen Mauthürden genommen und unser Nachbarland wieder verlassen. In die durchaus respektablen Schlangen, die sich heute an der Grenze wegen des neuen Systems gebildet hatten, musste sich die Actros-Truppe jedenfalls nicht einreihen.

Ob tatsächlich Bares von der Mautbox abgebucht wurde, wird sich später in der Abrechnung zeigen. Wenn nicht, wird die Daimler-Mannschaft ihren Obolus gern nachträglich noch entrichten. Ordnung muss sein.

01.07 12:14


Sommerzeit ist Ferienzeit. Auf bundesdeutschen Autobahnen geht es dann nicht selten hoch her. Damit sich gewerblicher Güterverkehr und privater Urlaubsverkehr nicht allzu sehr in die Quere kommen, gibt es seit Mai 1985 die Ferienreiseverordnung. Der zu Folge dürfen Lkw vom 1. Juli bis zum 31. August an Samstagen fest definierte Autobahnabschnitte von 7:00 bis 20:00 Uhr nicht befahren.

Das trifft den Actros Record Run morgen in der Tagschicht, wenn es von der Autobahn 2 auf die A 10 Richtung Nordumgehung Berlin geht. Oder besser ginge. Denn die A 10 ist eine der für Trucks an Feriensamstagen gesperrten Streckenstücke. Da heißt es also vorher kehrt machen. „Wir wenden morgen an der Ausfahrt 80, Lehnin, unmittelbar vor dem Dreieck Werder. Von dort aus fahren wir den Abschnitt Lehnin – Burg und zurück mehrfach, bis wir die Soll-Kilometer drauf haben", sagt Anton Haitz, Organisationsgenie und Ablaufplaner im Pressetest-Team des Fahrversuchs von Mercedes-Benz-Lkw

Zwischendrin gibt es am Rastplatz Buckautal noch den obligatorischen Fahrerwechsel innerhalb eines jeden Actros-Teams. Gegen 15:30 Uhr werden die drei im internen Wettstreit befindlichen Sattelzüge dann zum letzten Mal während des Record Run 2011 in der Service-Station in Peine erwartet.

01.07 08:41


Etwas durchwachsen, aber überwiegend ruhig: Die fünfte Nachtschicht des Actros Record Run 2011 verlief ohne größere Überraschungen. Das Wetter hielt sich niederschlagsseitig einigermaßen zurück. Der am späten Nachmittag bis in den frühen Abend hinein noch teils kräftig gegen die Fahrtrichtung der Rekordfahrer wehend Wind hat sich später brav zur Nachtruhe begeben. Momentan hilft der natürliche Luftzug dem Actros-Tross mit zwei bis drei Beaufort als Rückenwind in Richtung Osten.

Mit einer kleinen Verspätung, aber gerade noch so innerhalb der Karenz, hat sich die Tagschicht gegen fünf Uhr auf der Autobahn 2 in Fahrtrichtung Berlin eingefädelt. „Im Moment läuft alles bestens", funkt uns Hans Luft aus dem neuen Actros 1845 BlueTec 6 rüber. Dass die in allen drei Actros eingebauten neue Technik für die streckenabhängige Maut in Polen funktioniert, daran will Luft erst gar nicht zweifeln. „Wir werden sehen". Gute Fahrt weiter!

30.06 21:04


Die 4. Etappe startete gestern Nachmittag gleich mit einem aufziehenden Gewitter. „Eine Nacht zum Abhaken" sagt Dr. Hannes Möller, Versuchsleiter bei Mercedes-Benz Trucks. „Die Wassermengen auf der Fahrbahn haben unsere Fahrer und der sie umgebende Verkehr zum Teil nur mit deutlicher Temporeduzierung parieren können". Das hat über die betroffenen Teilstrecken zu einer ungewöhnlich ungleichmäßigen Fahrweise geführt. Praktiker wissen: Das Auf und Ab beim Tempo kostet Kraftstoff und Zeit - und macht vergleichende Messungen nicht ganz einfach.

Damit nicht genug: Heute wurde es dann auch noch sehr böig, was den Kraftstoffverbrauch weiter in die Höhe trieb. Als Tagesfazit resümiert Möller: "Aufgrund der ungünstigen Witterungsbedingungen haben wir heute rund 2 l/100 km höhere Durchschnittsverbräuche gesehen. Zugleich scheint es, als sei das Team im neuen Actros Euro V mit den schwierigen Verhältnissen etwas besser zurecht gekommen. Der Gesamttrend bleibt aber erhalten."

Der Verbrauchswert für den aktuellen Actros 1844 LS-Nardo liegt nach rund 6150 km bei 26,9 l/100 km. Das dazu gehörige Geschwindigkeitsmittel hat sich leicht auf 77,9 km/h reduziert. Weiterhin mit gebührendem Vorsprung beim Verbrauch zieht sich der neue Actros 1845 LS Euro VI aus der Schlechtwetteraffäre. Seinen Verbrauch notiert die kumulierende Datenbank mit 25,7 l/100 km. Die Geschwindigkeit über die aktuelle Gesamtstrecke erreicht 77,7 km/h. Der neue Actros 1845 LS Euro V hält weiterhin den Verbrauchsbestwert (24,9 l/100 km) und ist dabei mit 77,6 km/h unterwegs.

An den grundsätzlich Relationen beim Kraftstoffverbrauch zwischen dem aktuellen Actros und seinen Nachfolgemodellen in BlueTec-6- und BlueTec-5-Abgasreinigungstechnik hat sich damit nichts geändert. Weiter ist der Euro VI-Wagen um 4,7 Prozent verbrauchsgünstiger unterwegs als der aktuelle Actros 1844 BlueTec 5. Und der neue 1845 mit BlueTec 5 unterbietet seinen abgastechnisch direkt vergleichbaren Vorgänger momentan um 7,7 Prozent.

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