Vorausschauen heißt sparen

So fahren Sie ökonomischer

Neue Motoren leisten meist mehr als ihre Vorgänger – bei geringerem Kraftstoffbedarf. Trotzdem lassen sich Verbrauch und Verschleiß durch wirtschaftliches Fahren weiter drosseln. Das kostet viel weniger Geld und kein bisschen Zeit. Im neuen Actros profitiert der Fahrer insbesondere von der weiterentwickelten serienmäßigen 12-Gang-Schaltautomatik Mercedes PowerShift 3.

Wirtschaftliches Fahren ist vorausschauendes Fahren: Die Umgebung wird möglichst gut beachtet – mit dem Ziel, im richtigen Moment Gas wegzunehmen und wieder zu beschleunigen. Das heißt etwa, dass sich der Fahrer beim Verlassen der Autobahn früh auf die Ausfahrt einstellt: Drängelt niemand, nimmt er in 500 Meter Entfernung Gas weg und nutzt die Bewegungsenergie.

Früh runter vom Gas und Stillstand vermeiden

Ist irgendwo eine rote Ampel in Sicht und lässt der Verkehr es zu, heißt es: runter vom Gas, langsam rollen lassen. Wahrscheinlich springt die Ampel dann so auf Grün, dass es ohne Stillstand weitergehen kann.

Stillstand zu vermeiden ist auch das Ziel vor Kreiseln und Ausfahrten, in Vorfahrt-gewähren-Situationen oder bei parkenden Autos und Gegenverkehr. Im Idealfall arbeitet dabei allein die verschleißfreie Bremse. Trotzdem schwebt der Fuß immer über der Bremse, um blitzschnelles Eingreifen zu ermöglichen. Dann ist das Fahren in einem hohen Gang bei niedriger Drehzahl, bei dem der Lkw einfach rollt, kein Risiko.

Ist das Terrain wellig, vor allem außerhalb von Ortschaften? Dann ist in Gefällen „rollen lassen“ wichtig. So entsteht etwas Überschusstempo, das sich an der folgenden Steigung wieder abbaut. Wer auf der Landstraße aufmerksam ist, nimmt Gas weg, sobald Hausdächer im Blickfeld erscheinen: Sie kündigen das nächste Ortsschild an.

Spitzengeschwindigkeiten sind zu vermeiden. Wer etwa statt mit 80 Kilometern pro Stunde mit 90 unterwegs ist, kommt kaum schneller an. Aber er steigert den Verbrauch um zehn Prozent. Nicht zuletzt, weil er viel öfter vom Gas gehen und wieder beschleunigen muss.

Der Fahrer beherrscht die Technik – und nicht umgekehrt

„Sobald 80 Kilometer pro Stunde erreicht sind: Tempomat einschalten, um möglichst konstant zu rollen.“ Auch der Abstandshalte-Assistent mit Stop-and-go-Funktion leistet wertvolle Dienste, indem er Geschwindigkeitspendeln durch das vorausfahrende Fahrzeug verhindert. „Sie sollten die maximale Distanz zum Vordermann und eine geringe Empfindlichkeit einstellen“, rät Maier.

In bestimmten Momenten ist es wirtschaftlicher, die Technik nicht zu nutzen. So bleibt der Tempomat in welligem Gelände aus. Sonst würde der Lkw nach einem Gefälle abgebremst und könnte keinen Schwung in die folgende Steigung mitnehmen. Maiers Merksatz: Die Topografie kann nur der Fahrer ins vorausschauende Fahren einbeziehen.

Nicht immer bedeutet ökonomisches Fahren automatisch auch, sich spritsparend fortzubewegen. Bei zügigen Steigungsfahrten etwa: Während Mercedes PowerShift 3 schaltet, empfiehlt es sich, das Drehzahlspektrum voll auszunutzen. Das kostet Sprit. Aber dank des Zeitgewinns durch das zügige Tempo rechnet es sich. Das muss der Fahrer notfalls auch gegen Widerstände im Kopf durchziehen.

Der Psycho-Faktor: Ökonomisch fahren ist auch Kopfsache

Ohnehin gehört zum ökonomischen Fahren viel Psychologie. Etwa wenn heftiger Gegenwind, Baustellen oder dichter Verkehr den Fluss ins Stocken bringen. Daran kann der Fahrer nichts ändern. Aber er kann lernen, es locker zu nehmen. Das hält ihn etwa davon ab, nach Baustellen oder Staus eben doch im Rekordtempo zu fahren. Ebenso entscheidend ist laut ProfiTrainer Rainer Maier, Frustration zu vermeiden: „Setzen Sie sich nicht unter Druck, wenn sie erste Fortschritte erreicht haben, sonst verlieren Sie die Lust. Jeder eingesparte halbe Liter ist schon ein Erfolg.“

  • Vorausschauend fahren
  • Rechtzeitig vom Gas und Rollphase nutzen
  • Stillstand vermeiden
  • Rechtzeitig und zügig beschleunigen
  • Spitzengeschwindigkeit meiden
  • Gleichmäßige Geschwindigkeiten
  • Tempomat und Abstandshalte-Assistent mit Stop-and-go-Funktion gezielt nutzen
  • Entspannte Haltung entwickeln
  • Ziele setzen mit Augenmaß

Das Logbuch

03.07 00:21
Der Record Run 2011 der drei Mercedes-Benz Lkw hat nach insgesamt mehr als 10.000 km um Mitternacht sein Ziel erreicht.

02.07 16:57
Peine, 16:57 Uhr. Der Actros Record Run 2011 steht kurz vor dem Finale. Ein letztes Mal arbeiten Mechaniker aus der Werkstatt-Truppe des Mercedes-Benz Fahrversuchs die Check-Liste ab.

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